Wer über Wasser spricht, spricht über Zukunft. Trinkwasserschutz beginnt nicht erst im Wasserwerk. Er beginnt im Boden: auf landwirtschaftlichen Flächen, in Wasserschutzgebieten und in unserem täglichen Handeln.
Wir sind überzeugt: Wenn viele Landwirtschaftsbetriebe unserem Beispiel folgen, können wir gemeinsam einen erheblichen Beitrag zum Ressourcenschutz beitragen.
Was ist Trinkwasserschutz?
Trinkwasserschutz umfasst alle Maßnahmen, die Grund- und Rohwasser vor Verunreinigungen bewahren und die Vorkommen schonen. In Deutschland wird Trinkwasser überwiegend aus Grundwasser gewonnen. Dieses entsteht, wenn Regenwasser im Boden versickert und auf natürliche Weise gefiltert wird.
Warum Trinkwasserschutz wichtig ist
Grundwasser reagiert sensibel auf äußere Einflüsse. Landwirtschaftliche Nutzung, Siedlungen oder Stoffeinträge können die Wasserqualität langfristig beeinflussen. Der gesetzliche Grundwasser-Nitrat-Grenzwert liegt unter 25 Milligramm pro Liter. Wird er überschritten, sind aufwendige Aufbereitungsverfahren notwendig.
Im Wasserschutzgebiet Canitz/Thallwitz bewirtschaftet das WasserGut Canitz einen Großteil der Flächen so, dass Nährstoffausträge minimiert werden. Dank der Umstellung auf ökologischen Landbau Anfang der 1990er Jahre liegt der Nitratgehalt im Grundwasser heute bei rund 25 Milligramm pro Liter im Roh-Mischwasser – deutlich unter dem gesetzlich festgeschriebenen Grenzwert. Landwirtschaft kann so Teil der Lösung sein.
Nitrat im Grundwasser – einfach erklärt
Nitrat entsteht im natürlichen Stickstoffkreislauf und ist ein Pflanzennährstoff. Gelangt jedoch mehr Stickstoff in den Boden, als Pflanzen aufnehmen können, wird Nitrat mit dem Sickerwasser ins Grundwasser ausgewaschen. Deshalb überwachen die Leipziger Wasserwerke die Wasserqualität engmaschig mit rund 400 Grundwassermessstellen, über 900 Grundwasserproben pro Jahr sowie regelmäßigen Nitratmessungen.
Dieses Monitoring ist ein Frühwarnsystem. Es zeigt, ob Maßnahmen wirken und wo Anpassungen notwendig sind.
Ökologischen Landbau verstehen
Ökologischer Landbau verzichtet auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Stickstoffdünger. Stattdessen setzt er auf weite Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte, gezieltes Humusmanagement und möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe. Bei uns im WasserGut Canitz denken und leben wir diesen Ansatz noch weiter. Oberstes Ziel ist der Schutz des Grundwassers.
Wie wir das machen:
- breite, standortangepasste Fruchtfolgen
- niedrige Stickstoffsalden
- ausgewogener Anteil aus Getreide, Futter und Hackfrüchten
- gezielte Begrenzung stickstoffintensiver Kulturen
- innovative und wissenschaftlich hinterlegte Maßnahmen
So verbindet die Wassergut Canitz GmbH ökologische Landwirtschaft mit aktivem Trinkwasserschutz und zeigt, wie nachhaltige Lebensmittelproduktion und Ressourcenschutz gemeinsam funktionieren. Diese Zusammenhänge vermitteln wir aktiv weiter – an Schulklassen, Fachpublikum und interessierte Besucher.
Denn nachhaltige Entwicklung beginnt mit Verständnis. Und Umweltbildung ist für uns ein wesentlicher Baustein des Trinkwasserschutzes.